In Pamplona, Navarra fanden Ende Mai die Europameisterschaften im Triathlon auf der Mitteldistanz, Aquabike Mitteldistanz und Aquathlon statt. Kai und Olaf starteten beide beim Aquathlon, Kai außerdem beim Aquabike Mitteldistanz. Ort des Geschehens war der Embalse de Alloz, ein wunderschöner Stausee in den Bergen, eingebettet in die spektakuläre Landschaft von Navarra mit Bergen, malerischen Dörfern und kleinen Städten, einem Flusstal und der sehr schönen Innenstadt von Pamplona.

Am Tag der Anreise gab es ein Unwetter mit Starkregen. Beim Aquathlon am folgenden Donnerstagabend hatte sich das Wetter glücklicherweise beruhigt, aber es gab noch recht starken Wind und es war mit 17 °C Lufttemperatur bewölkt, also recht gut zum Laufen. Weil auch die Wassertemperatur des Sees 17 °betrug wurde natürlich mit Neo geschwommen. Gestartet wurde in Startgruppen sortiert nach Altersklassen als Landstart, es musste ein großes umgekehrtes L geschwommen werden und dann ging es eine steile Rampe hoch zur Wechselzone. Gelaufen wurden zwei Runden mit einigen Höhenmetern auf einer Wendepunktstrecke, durch den kleinen Ort Lerate mit einigen sehr schönen alten Häusern und dann ein kleines Stück die Landstraße NA-7171 entlang.

Leider hatte der Veranstalter am Wettkampftag morgens den Start um 30 Minuten vorverlegt, jedoch ohne systematisch die Athleten. Vielen Teilnehmern war das dem entsprechend entgangen und die allgemeine Verwirrung war groß. Olaf verpasste dadurch sogar seinen Start. Weil das Regelwerk von World Triathlon vorsieht, dass bei verspätetem Start in der nachfolgenden Startgruppe gestartet werden darf, aber die Startzeit der eigentlich vorgesehenen Startgruppe gerechnet wird, wurden ihm 5 Minuten auf seine Rennzeit aufaddiert. Im Ergebnis wurde er trotz guter Leistung Zehnter. Für ihn sehr  ärgerlich, denn mit seiner tatsächlichen Zeit wäre ihm die Bronzemedaille sicher gewesen.

Kai startete in der Startgruppe der Frauen der AKs 40 – 59 und kam als Zweite ihrer AK (50 – 54) mit 8 Sekunden Rückstand auf die Erste aus dem Wasser. Der Kaffee, den sie kurz vor dem nicht einkalkulierten, früheren Start noch getrunken hatte, meldete sich dabei mehrfach, blieb aber zum Glück unten. Nach einigen Problemen mit dem Reisverschluss des Neos gelang ihr trotzdem noch ein guter Wechsel. Sie konnte die Platzierung beim Laufen halten und gewann in 0:42:17 die Silbermedaille.

Zwei Tage später fanden dann Mitteltriathlon und Aquabike Mitteldistanz bei strahlendem Sonnenschein und nur wenig Wind statt. Gestartet wurde ungewohnterweise erst mittags und die Aquabiker waren nach den Triathleten dran, als Rolling Start, aber dennoch geordnet nach Startgruppen, so dass Kai gegen 1 Uhr startete. Der Embalse de Alloz, wunderschön leuchtend blau und fast spiegelglatt, hatte sich in der kurzen Zeit kaum erwärmt (jetzt bei 18 °C). Im Neo war die 1,9 km Runde angenehm zu schwimmen, auch wenn die nur 3 Bojen für den L-Kurs gesetzt waren, kaum zu erkennbar waren. Gut, dass bei Rolling Starts eigentlich immer andere Schwimmer als Orientierungshilfe verwendet werden können.

Nach der garstigen Rampe vom See zur Wechselzone, diesmal ohne Reisverschluss-Probleme, ging es dann auf die 84,8 km lange Radstrecke nach Pamplona. Zuerst einmal technisch mit einigen Serpentinen bergab und dann leicht wellig und schließlich kontinuierlich leicht bergauf über sehr gut asphaltierte Straßen. Der Kurs führte durch einige kleine Städte und Dörfer mit schönen alten Gebäuden, weiter von Puente la Reina erst am Fluss Arga entlang, dann einige Berge rauf und wieder herunter. Nach mehr als 900 absolvierten Höhenmetern war das Ziel Pamplona erreicht. Kai wurde bereits nach ca. 35 km der Radstrecke von der späteren Gewinnerin überholt, die offenbar richtig Dampf in den Beinen hatte. Nach dem vorletzten fiesen Anstieg in einem kleinen Dorf unmittelbar vor Pamplona auf Kopfsteinpflaster und dem letzten Anstieg in Pamplona wurden die Athleten mit Jubel und Anfeuerungsrufen empfangen. Das Aquabike Ziel befand sich unmittelbar vor der zweiten Wechselzone der Triathleten in einem schönen alten Park. Wie bei Aquathlon erreichte Kai auch hier als Zweite Ihrer Altersklasse das Ziel (03:19:10 h) und konnte sich über noch eine Silbermedaille freuen.

Text: Kai Sachtleber (ed. Conny Kranczioch)